Veröffentlicht am: 19.07.17

Jugendmedienschutz für digitale Medien verbessern

Das Bundesjugendministerium startet gemeinsam mit der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien die Weiterentwicklung des Jugendmedienschutzes. Auch die digitalen Medien sollen künftig besser abgedeckt werden.

Mit Freunden chatten, Fotos teilen und neue Games spielen - der Alltag vieler Jugendlicher. Der digitale Wandel und die größtenteils mobile Mediennutzung verlangen zeitgemäße Lösungen, um Kindern und Jugendlichen sichere Räume für ein gutes, selbstbestimmtes und unbeschwertes Aufwachsen mit Medien zu ermöglichen.

Gemeinsam mit der Vorsitzenden der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM), Martina Hannak-Meinke, hat die Bundesjugendministerin am 18. Juli eine strategische Zielvereinbarung für den neuen Fachbereich "Weiterentwicklung des Kinder- und Jugendmedienschutzes, Prävention und Öffentlichkeitsarbeit" bei der Bundesprüfstelle unterzeichnet.

Dr. Katarina Barley betonte:

"Für Jugendmedienschutz - der im digitalen, mobilen und die Grenzen virtueller, digitaler und realer Welten verwischenden Zeitalter greift - sind ganz unterschiedliche gesellschaftliche Kräfte gefordert. Einen guten Schutz bekommen wir nur hin, wenn Politik und Zivilgesellschaft hier Hand in Hand arbeiten."

Mit dem neuen Fachbereich der BPjM ebnet die Bundesjugendministerin auch den Weg für die zwischen Bund und Ländern abgestimmte Novellierung des Jugendschutzgesetzes (JuSchG) auf der Grundlage der Eckpunkte der Bund-Länder-Kommission zur Medienkonvergenz.

Dr. Katarina Barley:

"Für einen modernen und verlässlichen Kinder- und Jugendmedienschutz sind nicht nur die Inhalte im Netz entscheidend. Es geht auch um die sich ergebenden Risiken, wenn Kinder und Jugendliche in Sozialen Netzwerken und über Spiele-Apps in Kontakt treten. Die jungen User brauchen besonderen Schutz und individuelle Förderung. Zusammen mit der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien wollen wir Eltern, Kindern und Jugendlichen klare Orientierungshilfen für sichere Online- Kommunikation geben."

Die Untersuchungen des Kompetenzzentrums bei jugendschutz.net verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf: So stellt jugendschutz.net bei allen geprüften und stark genutzten Social-Web-Diensten einen unzureichenden Schutz für junge Nutzer fest. Die Betreiber löschen zu wenige Verstöße, konfigurieren die Profile junger Nutzer nicht sicher genug und halten keine ausreichenden Hilfesysteme bereit.

Die gemeinsam von jugendschutz.net und der Stiftung Warentest durchgeführte Untersuchung von 50 unter Kindern beliebten Smartphone-Spiele-Apps hat ergeben, dass keine einzige als unbedenklich eingestuft wird. Vermeintlich kostenlose Apps entpuppen sich als Kostenfallen und es mangelt am Kinder- und Datenschutz.

SCHAU HIN! Was dein Kind mit Medien macht

Schon jetzt unterstützt das Bundesjugendministerium Kinder und Eltern bei der Mediennutzung und Medienerziehung. Der Ratgeber "SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht." schätzt aktuelle Entwicklungen am Medienmarkt für Eltern ein.

Initiativbüro Gutes Aufwachsen mit Medien

Das Initiativbüro Gutes Aufwachsen mit Medien unterstützt pädagogische Fachkräfte und Eltern und stellt Informationen aus Medienerziehung und Medienbildung gebündelt und verständlich aufbereitet zur Verfügung. Hier finden sich auch App-Rezensionen aus der umfangreichen Datenbank des Deutschen Jugendinstitutes (DJI), in der die wichtigsten Apps für Kinder pädagogisch bewertet werden. Daneben fördert das Bundesjugendministerium Hilfeangebote wie jugend.support und jugendschutz.net.

Weitere Informationen

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend


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