Veröffentlicht am: 22.11.17

Dieter Baacke Preisträger 2017

Sich befreien und dabei aktiv etwas über Medien lernen? Ob Making, Coding, QR-Code-Rallye, Trickfilm oder Hörstücke: Im selbst entwickelten Escape-Game experimentieren Kinder und Jugendliche kreativ mit digitalen Medien. Der Dieter Baacke Preis, die bundesweite Auszeichnung für medienpädagogische Projekte, liefert Beispiele und Methoden, wie neuartig, vielseitig oder auch gut vernetzt Medienbildung und Medienpädagogik heute sein kann: Eine ganze Schule arbeitet gemeinsam in einem demokratischen Prozess zur Handynutzung in der Schule. Jugendliche einer Förderschule entwickeln in selbst erstellten Filmen Fallbeispiele, die ihnen eine risikoarme Nutzung digitaler Medien ermöglichen. Kinder experimentieren kontinuierlich mal künstlerisch mal naturnah mit Medien und erfahren so schon früh, wie sich mediale und non-mediale Aneignung von Welt kreativ verbinden lässt.

Eine ganze Wahl faken? Erstmalig wurde in diesem Jahr ein Sonderpreis zu dem Jahresthema Medienkritik vergeben. Das Preisträgerprojekt TRUMP IT! hat an einer Schule eine ganze Wahl aktiv inszeniert, mit allen dazugehörigen medialen und digitalen Strategien. Hut ab: So schnell, innovativ und nahe dran an den Jugendlichen medienpädagogisch zu (re-) agieren, ist eine Besonderheit der außerschulischen Medienpädagogik. Dies wird zunehmend von Schulen als Partner wahrgenommen und wertgeschätzt.

Die Dieter Baacke-Preisträger verdeutlichen schon heute, wie Medienpädagogik und Medienbildung ganz bald überall aussehen sollte.

Herausragende Medienprojekte mit Kindern und Jugendlichen stehen im Mittelpunkt des Dieter Baacke Preises. Alljährlich zeigt der mit 12.000 € dotierte Preis, wie die Förderung der Medienkompetenz besonders gut gelingen kann.

Die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend verleihen seit 2001 gemeinsam die bundesweite Auszeichnung für herausragende medienpädagogische Arbeit. 158 Bewerbungen lagen der Jury vor, acht herausragende Projekte wurden prämiert.

„Der Dieter Baacke Preis liefert uns eine Standortbestimmung, mit welchen Methoden der digitale Wandel vor Ort erfolgreich medienpädagogisch gestaltet werden kann. Er zeigt auf, welche Impulse die Medienpädagogik in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen setzen kann, aber auch welche Erfahrungen, Fragestellungen und Kompetenzen Kinder und Jugendliche selbst in Medienprojekte einbringen“, so Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley in ihrer Grußbotschaft zur Preisverleihung.

Die GMK-Vorsitzende Prof. Dr. Dorothee Meister wies – vor dem Hintergrund der diesjährigen Jahrestagung der GMK „Futurelab Medienpädagogik: Qualität. Standards. Profession“ – auf die vielfältigen digitalen Entwicklungen hin: Diese bringen tiefgreifende Herausforderungen für die medienpädagogische Praxis mit sich. „Die ausgezeichneten Projekte zeigen, wie sich Kinder und Jugendliche auch durch Angebote, die in den Bildungsalltag fest integriert sind, spielerisch, kreativ und reflexiv mit diesen Veränderungen auseinandersetzen.“

GMK-Vorsitzende und Jury-Mitglied Sabine Eder zeigte sich erfreut, dieses Jahr u.a. ein Projekt auszuzeichnen, dem es in vorbildlicher Weise gelingt, auch Jugendlichen mit Förderbedarf im Bereich kognitiver Entwicklung sowie Jugendlichen mit Beeinträchtigung der Hörfähigkeit einen risikoarmen und zugleich an Chancen orientierten Umgang mit Online-Medien zu vermitteln „Das Projekt ist innovativ und vorbildlich, auch weil es bislang für diese Zielgruppe an entsprechenden Methoden der aktiven Prävention mangelte.“

Im Mittelpunkt der Auszeichnung stehen Methoden und pädagogische Ansätze, die Medienpädagogik auch als Modelle inspirieren. Der Dieter Baacke Preis wird in sechs verschiedenen Kategorien verliehen. Acht Projekte wurden in diesem Jahr in den sechs Kategorien ausgezeichnet.

Die Preisträger 2017 finden Sie hier.

Weitere Informationen

Quelle: GMK-Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur


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Medienkompetenz