Veröffentlicht am: 19.11.08

Prüfung des Identitäts- und Altersnachweises beim Elektronischen Personalausweis für 12- bis 16-Jährige gefordert

Quelle: Stiftung Digitale Chancen, DSiN, FSM

Sperrfrist: 20.11.08, 9.40 Uhr

Chancen für den Jugendmedienschutz nicht verpassen

Die Ausweitung des Identitäts- und Altersnachweises beim Elektronischen Personalausweis auf 12- bis 16-Jährige Kinder und Jugendliche muss überprüft werden. Dies fordern der Verein Deutschland sicher im Netz e.V. (DsiN), die Stiftung Digitale Chancen und die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. (FSM) auf dem IT-Gipfel der Bundesregierung am 20. November. Erst mit dem elektronischen Identitätsnachweis wird die Nutzung des neuen elektronischen Personalausweises (ePA) im Rahmen von Geschäfts- und Verwaltungsvorgängen über das Internet möglich. Im vorliegenden Gesetzentwurf ist der Identitätsnachweis erst ab einem Alter von 16 Jahren vorgesehen.

Die Herabsetzung dieser Altersgrenze oder alternativ die elektronische Altersabfrage ohne Übermittlung persönlicher Daten könnte viele Chancen für den Verbraucher- bzw. Jugendmedienschutz eröffnen:
  • Jugendliche können auf Community-Plattformen besser vor Missbrauch geschützt werden. Mit der elektronischen Identifizierung oder dem Nachweis des jugendlichen Alters kann Gefahren durch eine unautorisierte Nutzung dieser Plattformen durch Erwachsene entgegengewirkt werden. Grooming-Attacken (Belästigung im Internet) können damit wirksam bekämpft werden.

  • Durch die Einbeziehung der Eltern in den Prozess der elektronischen Identifizierung wissen Erziehungsberechtigte, auf welchen Plattformen sich ihre Kinder bewegen. Die Medienkompetenz der Jugendlichen und der Eltern kann durch die gemeinsame Nutzung gezielt gefördert werden.
Kinder und Jugendliche sind in der digitalen Welt zu Hause, erklärt Jutta Croll, Geschäftsführerin der Stiftung Digitale Chancen, wir sollten ihnen jedes mögliche Instrument zur Erhöhung ihrer Sicherheit bei der Nutzung der vielfältigen Chancen, die das Internet bietet, zur Verfügung stellen. Deshalb begrüßen wir den elektronischen Personalausweis und hoffen, dass das darin liegende Potential für den Jugendmedienschutz genutzt wird.

In einem Positionspapier präsentieren DsiN, die Stiftung Digitale Chancen und die FSM verschiedene Beispiele, wie der elektronische Identitätsnachweis oder ein Altersnachweis für 12- bis 16-Jährige auch unter Einbeziehung von Erwachsenen genutzt werden kann. Um mögliche Chancen für den Jugendmedienschutz bei der Einführung des elektronischen Personalausweises nicht zu verpassen, sollte im Rahmen einer Analyse ein Risikovergleich der sich bietenden Alternativen für eine elektronische Identitätsprüfung für unter 16-Jährige in Form eines Gutachtens vorgenommen werden.

Das Positionspapier steht hier zum Download zur Verfügung.

Kontakt:
  • Stiftung Digitale Chancen: Fasanenstr. 3, 10623 Berlin, Jutta Croll, Tel.: 030-43727730, Mail: jcroll@digitale-chancen.de

  • Deutschland sicher im Netz e.V.(DsiN): Albrechtstr. 10 a, 10117 Berlin, Angelika Pelz, Tel.: 030-27576310, Mail: a.pelz@sicher-im-netz.de

  • FSM e.V.: Spreeufer 5, 10178 Berlin; Maja Winter, Tel.: 030-240484-30, Mail: winter@fsm.de

Mehr erfahren Sie unter: www.digitale-chancen.de

Download vorhanden Download dieses Textes (doc-Version, 0.03 MB)




Download der englischen Version dieses Textes (doc-Version, 0.03 MB)