Veröffentlicht am: 10.06.05

Das Internet in Vietnam krankt an staatlicher Kontrolle - Rasche Deregulierung von Experten gefordert

Monika Ermert für Heise Online (09.06.05), Zusammenfassung für SDC von Jeanette Christu

Die Regierung von Vietnam will zwei neue Gesetze zur Regulierung des IT-Marktes und der Internetnutzung verabschieden, das E-Transaction Law und ein umfassendes IT Law. Während mit der Verabschiedung des E-Transaction Law, das die Gültigkeit elektronischer Unterschriften im Geschäftsverkehr regeln soll, in Kürze gerechnet wird, liegt zum 50-Seiten starken IT Law bereits der 15. Entwurf vor. Experten fordern allerdings eine viel schnellere Deregulierung, so berichtet das Online-Nachrichtenmagazin Heise.

In Vietnam ist das Internet als Kommunikationsmedium in staatlicher Hand. Und abgesehen vom dadurch fehlenden Wettbewerb krankt die Netzentwicklung in Vietnam auch an der strikten inhaltlichen Kontrolle der Kommunistischen Partei. Vietnam ist wegen Verletzung der Bürgerrechte und Verfolgung von Dissidenten immer wieder in der Kritik. Webseiten muss man sich vom Ministerium für Kultur und Information registrieren lassen. Zwar werde die Regelung nicht strikt umgesetzt, und 80 Prozent der Webseiten seien unregistriert und faktisch illegal, so zitiert Heise einen Experten aus Vietnam, aber Abschreckung werde damit doch erzielt. Wer unregistriert Webseiten ins Netz stellt, weiß nie, wann die Behörden ihm seine Site schließen. Vietnamesische Inhalte im Netz sind Mangelware, ohne Englischkenntnisse macht der Netzzugang im Land wenig Sinn. Derzeit nutzen nach neusten Statistiken rund 1,5 Millionen Vietnamesen das Netz vom eigenen Rechner aus, rund 5,4 Millionen Nutzer soll es bei einer Bevölkerung von über 80 Millionen Menschen geben, berichtet Heise. Rund 17.000 Unternehmen haben eigene Websites, das ist ein Zehntel aller Unternehmen.


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