Veröffentlicht am: 18.09.13

Digital Literacy 2.0: Trainer trainieren und Nutzer qualifizieren - Zum Zwischenstand der Trainingskampagne in sieben europäischen Ländern

Barbara Blum, Katrin Schuberth, Stiftung Digitale Chancen

Digital Literacy 2.0: Train the Trainer and Qualify the User - An Account of the Implementation of the Campaign in Seven European Countries (english version of the article)

Erste Phase: Trainer trainieren

Seit Beginn der Trainingskampagne des europäischen Projekts „Digitale Literacy 2.0“ im April 2013 nahmen europaweit insgesamt ca. 450 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren von informellen Lernorten an den Schulungen für Trainer teil. Die Schulungen dienten dazu, das Curriculum „Digital Literacy 2.0“ zu erproben.

Jeder europäische Projektpartner setzte die Schulungen auf unterschiedliche Weise in seinem Land um. So nahmen bisher 150 flämische Bibliothekare in Belgien an den Schulungen vom flämische Bibliotheksverband Bibnet teil. Die Teilnehmendenzahl wird sich diesen September noch erhöhen, da weitere Schulungen geplant sind, an denen zahlreiche flämische Bibliothekare teilnehmen werden. Der Projektkoordinator Stiftung Digitale Chancen aus Deutschland schulte deutschlandweit 104 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in zehn verschiedenen sozialen Einrichtungen, die sich an Familien, Seniorinnen und Senioren sowie an Migrantinnen und Migranten richten. Weiterhin nahmen in Bulgarien 100 Bibliothekare aus Varna und Umgebung an den Schulungen teil, die von der Öffentlichen Bibliothek „Pencho Slaveykov2 angeboten wurden. Die Aga Khan Stiftung in Portugal unterdessen stellte das DLit2.0-Curriculum bis jetzt 30 Entscheidungsträgern aus sozialen Organisationen vor, die überwiegend mit Eltern, ethnischen Minderheiten und unterschiedlichen sozial benachteilgten Gruppen zusammenarbeiten. Weitere Projektpartner aus Polen, dem Vereinigten Königreich und der Stadtbibliothek Köln führten einzelne lokale Trainings durch und konnten so im Durchschnitt je 30 Mitarbeitende von informellen Lernorten schulen. Im September führt die öffentliche Bibliothek für Information „Centre Pompidou“ die Trainingskampagne für 15 französische Bibliothekare aus Frankreich durch.

Zweite Phase: Nutzer qualifizieren

Nachdem Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie Mitarbeitende von informellen Lernorten an den Schulungen der ersten Phase „Trainer trainieren“ teilgenommen haben, verfolgen sie in Deutschland, Polen und im Vereinigten Königreich schon erste individuelle Wege, das DLit 2.0 Curriculum in ihren Einrichtungen anzuwenden, um so Endnutzer m Umgang mit Web2.0 zu qualifizieren.

Ab September bietet die Stadtbibliothek Köln zweistündige Abendveranstaltungen an. Hier werden Bibliotheksbesucher und Interessierte im Umgang mit ausgewählten Internet Anwendungen, die die Aufgaben des täglichen Lebens vereinfachen und die gesellschaftliche Teilhabe fördern, von Bibliotheksmitarbeitenden beraten. Diese Erwachsenen lernen dabei Internet Anwendungen wie Skype, Facebook, Twitter oder Dropbox kennen und testen den Umgang mit Tablet PCs.

Die öffentliche Bibliothek „W.J. Grabskiego w Dzielnicy Ursus“ in Polen bietet Kurse für obdachlose Personen sowie Seniorinnen und Senioren an, die sich mit Sozialen Netzwerken, e-Kommunikation und Grundkenntnissen für Computer und Internet befassen. Migrantinnen und Migranten, Frauen und arbeitslose Personen werden an Kursen teilnehmen, die einen Einblick in die Jobsuche, e-Bürgerbeteiligung und e-Kollaboration geben.

Darüber hinaus zeigen Mitarbeitende der britischen East Midlands Housing Groups ihren Hausbewohnerinnen und -bewohnern in regelmäßig stattfindenden Treffen, wie sich tägliche Aufgaben mit Hilfe von Internet Anwendungen und Tablet PCs einfach bewältigen lassen. So konnten neue Angebote für die Zielgruppe etabliert werden. In einem Blog berichten die Mitarbeitenden der East Midland Housing Group über ihre Erfahrungen, die sie im Kontext des Projekts DLit2.0 machen und dokumentieren so den Erfolg der Trainingskampagne in ihrer Region. Weitherin beschreiben sie anschaulich die Aktivitäten und den Austausch mit den erwachsenen Lernenden sowie deren Lernfortschritte. Die Erfahrungen können Sie im Blog nachlesen und kommentieren: http://dlit20.wordpress.com/.




Mehr erfahren Sie unter:
www.digital-literacy2020.eu

Digital Literacy 2.0


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