Veröffentlicht am: 19.05.23

Technischer Jugendmedienschutz - Wie können Eltern Smartphones kindersicher einrichten?

Technischer Jugendmedienschutz

Viele Eltern fragen sich: Wie kann ich meine Kinder darin unterstützen, sich sicher im Netz zu bewegen? Neben dem persönlichen Austausch und Absprachen gibt es die Möglichkeit, technische Hilfsmittel einzusetzen, um mögliche Risiken für Kinder und Jugendliche zu reduzieren. Dazu zählen Voreinstellungen auf dem Smartphone und Apps zur Kindersicherung, die entweder schon auf dem Smartphone oder Tablet vorinstalliert sind oder aus dem App-Store heruntergeladen werden können.

So wird das Smartphone kindersicher

Über den Menüpunkt „Einstellungen“ des Smartphones lassen sich erste Sicherheitseinstellungen vornehmen. Damit unbefugte Nutzer keinen Zugriff auf das Smartphone des Kindes Zugriff haben können, empfiehlt es sich, über den Menüpunkt die Codesperre (in der Regel die Eingabe des PINs) zu aktivieren.

Bei Android-Geräten können Einstellungen zum Jugendschutz über den Playstore vorgenommen werden. So können Inhalte, die dort heruntergeladen werden, je nach Altersgruppe zugeordnet und gefiltert werden. Unter dem Menüpunkt „Einstellungen“ kann mit einem Klick der Punkt „Jugendschutzeinstellungen“ aktiviert werden. Danach kann ein Passwort eingerichtet werden, damit die Jugendschutzeinstellungen nicht ohne Weiteres vom Kind geändert werden können. Anschließend kann der Bereich ausgewählt werden, in dem Inhalte je nach Altersstufe eingeschränkt werden sollen. Die Bereiche sind unterteilt in Apps und Spiele, Filme, TV-Sendungen, Bücher und Musik. Damit Kinder keine Apps herunterladen können, die jugendgefährdende Inhalte beinhalten, können Eltern im Bereich Apps und Spiele unter dem Menüpunkt „Einstellungen“ ein Passwort einrichten. Dieses muss dann immer eingegeben werden beim Kauf einer App. Als jugendgefährdend bezeichnet man Medien, die die gute und gesunde Entwicklung der Kinder gefährden. Dazu zählen vor allem Gewaltdarstellungen, Aufrufe zu Gewalt- und Fremdenhass, Verbrechen und Pornografie.

Bei Geräten mit iOS-System (Apple-Geräte wie das iPhone oder das iPad) können Sicherheitseinstellungen zum großen Teil über den Bereich Einstellungen des Smartphones vorgenommen werden. Über den Menüpunkt „Bildschirmzeit“ lassen sich Passwörter für App-Käufe festlegen. Einstellungen für eine altersgerechte Nutzung von Apps und der Schutz vor jugendgefährdenden Inhalten, kann ebenfalls über den Menüpunkt „Bildschirmzeit“ vorgenommen werden. Ähnlich wie bei Android-Geräten gibt es für iOS-Geräte die Bereiche Apps, Bücher, TV-Sendungen, Filme, Musik/Podcasts/News, für die Schutzeinstellungen vorgenommen werden können. Zusätzlich lässt sich die Nutzungszeit für das Smartphone und/oder bestimmte Apps einschränken. Dies lässt sich ebenfalls über den Menüpunkt „Bildschirmzeit“ festlegen.

Einen guten Überblick über Sicherungseinstellungen für das Smartphone gibt das "Internet-ABC".Hier wird erklärt, welche Voreinstellungen Eltern für Android-Geräte und iOS-Geräte vornehmen können, damit Kinder vor jugendgefährdenden Inhalten geschützt sind.

Wie funktionieren Apps zur Kindersicherung?

Zusätzlich zu den Schutzeinstellungen, die Eltern direkt über den Menübereich des Smartphones vornehmen können, gibt es Apps zur Kindersicherung. Diese können in den App-Stores der Geräte heruntergeladen werden. Die meisten Apps zur Kindersicherung laufen auf dem Gerät des Kindes und dem Gerät der Eltern. Eltern können von ihrem eigenen Gerät kindersichere Einstellungen für das Gerät des Kindes vornehmen. Sie können maximale Laufzeiten für das Smartphone ihres Kindes festlegen und mitverfolgen, wie lange ihr Kind das Smartphone nutzt. Zudem kann die Nutzung einzelner Apps auf dem Gerät des Kindes eingeschränkt oder blockiert werden. Zusätzlich sind in den Apps zur Kindersicherung oft Filterfunktionen enthalten, die Kinder vor jugendgefährdenden Inhalten im Internet schützen. Es gibt zwei verschiedene Formen der Filterung. Eine Möglichkeit stellen „whitelists“ dar. Dies sind Listen, die kindergerechte Webseiten, enthalten. Eine Webseite mit kindergerechten Inhalten ist zum Beispiel "Seitenstark", ein Zusammenschluss von Kinderseiten mit Spielen, Kindernachrichten, Informationen und Themen für die Schule. Über eine „whitelist“ ist festgelegt, welche Internetseiten für Kinder freigegeben sind. Alle Internetseiten, die nicht in dieser Liste sind, können Kinder dann nicht aufrufen. So können Kinder sich in einem geschützten Surfraum aufhalten. Neben „whitelists“ gibt es auch „blacklists“. Sie beinhalten Seiten, die für Kinder und Jugendliche nicht geeignet sind. Wird eine „blacklist“ als Filterprogramm in einer App auf dem Smartphone verwendet, können Kinder im Netz grundsätzlich frei surfen. Stoßen sie allerdings auf eine Internetseite, die auf der „blacklist“ vermerkt ist, verhindert das Filterprogramm den Seitenaufbau. Eine App zur Kindersicherung, die eine „whitelist“ enthält, ist zum Beispiel "fragFinn". Ergänzend zu den Webseiten, die in der „whitelist“ oder „blacklist“ enthalten sind, können Eltern über Apps zur Kindersicherung auch weitere Webseiten hinzufügen. Bei Geräten mit iOS-System können Eltern auch ohne eine App zur Kindersicherung bestimmte Webseiten zulassen oder blockieren. Dies ist über den Menüpunkt „Einstellungen“ > „Einschränkungen“ möglich.

Eine gute Orientierung über eine Auswahl von Apps zur Kindersicherung bietet "Mobilsicher", ein Informationsportal zum Thema Sicherheit bei Mobilgeräten. Welche Kindersicherungs-Apps gibt es und welche Möglichkeiten bieten diese? Wie sensibel wird mit den übermittelten Daten meines Kindes umgegangen? Wo werden die Daten gespeichert? Wie viel Einblick in die Privatsphäre meines Kindes ist in Ordnung? Diese Fragen hat Mobilsicher bei der Bewertung von Apps zur Kindersicherung berücksichtigt. Eltern können sich einen Überblick über die geprüften Apps verschaffen und sich zugleich darüber informieren, was bei der Nutzung der Apps zu beachten ist.

Mehr Informationen zum Thema Kindersicherungen für das Smartphone und Tablet:

  • Weitere Informationen rund zum Thema Jugendschutzprogramm für mobile Geräte finden sie auf der Seite von "klicksafe".
  • Informationen zu Jugendschutz-Apps gibt es auf der Seite von "Schau Hin!".
  • Eine sichere Suchmaschine für Kinder ist "Blinde Kuh".




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Initiativbüro "Gutes Aufwachsen mit Medien"








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