Veröffentlicht am: 18.02.21

Evaluation des Online-Trainings für pädagogische Fachkräfte im Projekt AMEDY

Digitale Geräte auf einem Tisch

Eines der Produkte, das im Rahmen des AMEDY Projekts entwickelt werden soll, ist das kostenlose Online-Training „Aktive Medienarbeit mit geistig beeinträchtigten Jugendlichen“, das pädagogischen Fachkräften grundlegende Medienkompetenzen vermitteln sowie praktische Tipps und Übungen an die Hand geben soll, die in der Arbeit mit Jugendlichen mit leichten geistigen Beeinträchtigungen angewendet werden können.

Ziel des Trainings ist es, pädagogische Fachkräfte zu befähigen, Jugendliche mit geistigen Beeinträchtigungen in der digitalen Welt zu begleiten und zu unterstützen. Sie sollen dazu in der Lage sein, ihren Klient*innen zu zeigen, wie man sicher durch die digitale Landschaft navigiert, sie auf Risiken im Netz hinweisen, aber auch gemeinsam mit ihnen die Chancen und Potentiale digitaler Medien entdecken.

Das Training basiert auf dem Fortbildungsangebot "Digitale Jugend- und Sozialarbeit", das im Rahmen des Vorgänger-Projekts „Digital Skills 4 You(th)“ entwickelt wurde. Dieses wurde in den letzten zwei Jahren von den Projektpartnern Stiftung Digitale Chancen, UCLL und IASIS aktualisiert, überarbeitet, an die Bedarfe der Endzielgruppe angepasst und im Herbst 2020 in allen drei Partnerländern von mehreren pädagogischen Fachkräften (mind. 10-15 Personen pro Land) getestet.
Begleitet wurde diese Pilotphase durch mehrere Evaluationsmomente, in denen die Fachkräfte Feedback zum Online-Training, den verschiedenen Modulen, Inhalten, Aufbau etc. geben sollten. Die Ergebnisse der Evaluation sind sehr aufschlussreich und machen vor allem eines deutlich: Der Bedarf nach einer solchen Weiterbildung ist groß.

Ergebnisse der Evaluation

Insgesamt wurde das Training von den Teilnehmenden als sehr positiv und hilfreich empfunden: So gaben am Ende 85% der Befragten an, dass das Training ihre Erwartungen erfüllt hat. Ganze 93% würden es ihren Kolleg*innen weiterempfehlen.
Auch die behandelten Themen und Inhalte stießen auf großes Interesse. Deutlich wird dabei, dass theoretische, abstraktere Themen, bei denen der Bezug zur Endzielgruppe nicht direkt ersichtlich wird (z.B. Creative Commons, Persönlichkeits- und Bildrechte), weniger beliebt waren als eindeutig relevante digitale Phänomene, so zum Beispiel das große Feld der Sozialen Medien aber auch digitale Risiken, z.B. Fake News, Cybermobbing oder Sucht. Die Struktur bzw. der Aufbau der Online-Schulung wurde positiv bewertet. Besonders geschätzt wurde die Aufteilung der Inhalte in drei Module mit verschiedenen Themenschwerpunkten.

Die verschiedenen Zugänge, über die man sich den Themen nähern konnte, kamen bei den Teilnehmenden gut an und boten für jeden Lerntyp einen geeigneten Einstieg. Vor allem die Kombination aus theoretischer Wissensvermittlung und praktischer Anwendung des Gelernten wurde von den Befragten sehr positiv bewertet.

Kritik gab es vereinzelt dahingehend, dass die Lerninhalte zu wenig Bezug zur Arbeit mit jungen Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen haben bzw. nicht direkt übertragen werden können. Einige Fachkräfte empfanden nicht alle Praxisübungen für ihre Klient*innen geeignet oder ihnen war unklar, inwiefern gewisse Themen in der Arbeit mit den Jugendlichen überhaupt eine Rolle spielt. Hier ist anzumerken, dass letztlich die pädagogischen Fachkräfte die Expert*innen auf diesem Gebiet sind und die spezifischen Bedarfe ihrer Klientel am besten kennen. Hinzu kommt, dass junge Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen keine homogene Gruppe darstellen. Die Transferleistung und Adaption des Gelernten in die Praxis bleibt letzten Endes also immer ein Stück weit die Aufgabe der Fachkräfte selbst. Nichts desto trotz wird das Projektkonsortium versuchen, die Inhalte noch etwas besser an die Bedarfe der Fachkräfte und der Endzielgruppe anpassen.

Fazit und nächste Schritte

Digitale Medien sind in der heutigen Zeit ein elementarer Bestandteil unseres Lebens und Alltags - das schließt auch Personen mit geistigen Beeinträchtigungen nicht aus. Insofern müssen pädagogische Fachkräfte sich diesem Aspekt in ihrer Arbeit ebenfalls widmen. Die Evaluation des Online-Trainings zeigt: Das ist den Fachkräften auch bewusst. Sie begrüßen das Training sehr, da es einen wichtigen Beitrag auf diesem Gebiet leistet.
Auf Grundlage des wertvollen Feedbacks der teilnehmenden Fachkräfte wird das Online-Training nun überarbeitet und optimiert. Zum Ende der Projektlaufzeit soll es auf der AMEDY Projektwebseite veröffentlicht und allen Einrichtungen kostenlos zur Verfügung gestellt werden.




Mehr erfahren Sie unter:
project-amedy.eu

AMEDY - Active Media Education for Disabled Youth








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Medienkompetenz, Digitale Inklusion