Age Bombs Reality Check: Zu alt für den Job. Jung genug für den Ernstfall?

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Zu alt für den Job. Jung genug für den Ernstfall?

Gerade wird in Deutschland darüber diskutiert, ob Reservist:innen im Verteidigungsfall künftig bis 70 einbezogen werden könnten. Der neue Präsident des Reservistenverbands, Bastian Ernst, fordert, die bisherige Altersgrenze von 65 Jahren anzuheben.

Im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland begründet er das unter anderem damit, dass das Renteneintrittsalter steige, Menschen länger fit blieben und Lebens- und Berufserfahrung nicht verschwendet werden sollten. Auch die ZEIT hat die Forderung aufgegriffen.

Zwei Dinge vorweg. Erstens: Das hier ist keine sicherheitspolitische Bewertung dieser Forderung. Zweitens: Ich bin nicht grundsätzlich gegen eine höhere Altersgrenze. Wenn wir als Gesellschaft älter werden, verschieben sich natürlich auch manche Grenzen.

Mich interessiert hier etwas anderes.

Nämlich wie unterschiedlich Alter klingt, sobald sich die Vorzeichen ändern.

Im Arbeitsmarkt wird ein Alter ab 55+ häufig noch als Risiko gelesen. Zu teuer. Zu erfahren. Zu wenig formbar. 

Und der lange Lebenslauf, der im Bewerbungsprozess schnell zum Verdacht wird, soll im Ernstfall plötzlich nicht mehr verschwendet werden.

Und genau da liegt der Punkt.

Dieselbe Lebenszeit, die sonst gern als Kostenfrage verhandelt wird, bekommt plötzlich strategischen Wert.

Der Vorschlag des Reservistenverbands ist also mehr als eine sicherheitspolitische Nachricht. Er zeigt, wie schnell sich die Bedeutung von Alter verschieben kann.

Dann klingt 70 plötzlich anders.

Vielleicht ist diese Debatte deshalb nicht nur eine sicherheitspolitische Nachricht, sondern auch ein interessanter Impuls für die gesamte Altersdebatte. 💥

 

Der Age Bombs Reality Check 

Achte mal darauf, wie schnell sich die Bedeutung von Alter verschiebt. 

Im einen Zusammenhang klingt ein langer Lebenslauf nach Risiko. Zu teuer. Zu erfahren. Zu wenig formbar. Zu nah am Ende der beruflichen Laufbahn. 

Im anderen Zusammenhang soll genau diese Lebens- und Berufserfahrung plötzlich nicht verschwendet werden. 

Und genau da lohnt sich der kurze Check bei dir selbst: 

Wann liest du Alter als Grenze? 

Wann liest du Alter als Erfahrung? 

Und wann merkst du vielleicht gar nicht, wie schnell du zwischen beidem wechselst? 

Denn oft ist nicht das Alter selbst das Problem. 

Sondern die Bedeutung, die wir ihm geben, sobald sich die Vorzeichen ändern.

Was ist der Age Bombs Reality Check?

Der Age Bombs Reality Check von Robert Eysoldt richtet den Blick auf Situationen, Begriffe, Technologien und Routinen, die im Alltag oft harmlos wirken, aber ein bestimmtes Bild von Alter transportieren.

Jede Ausgabe zeigt, wo Alter mitgemeint, zugeschrieben oder bewertet wird, welche Altersbilder darin stecken und welche Folgen das für Wahrnehmung, Entscheidungen und gesellschaftliche Teilhabe haben kann. Der Reality Check kommt wöchentlich. Direkt auf dein Handy.

Age Bombs ist eine kreative und beratungsstarke Agentur, die sichtbar macht, wie Altersbilder unsere Zusammenarbeit und unser Zusammenleben prägen und wie eine altersdiverse Gesellschaft aussehen kann. 

Mehr über Age Bombs findet man hier: AgeBombs.com