Wie beeinflussen digitale Medien das Wohlbefinden queerer Jugendlicher? Welche Herausforderungen entstehen durch Hate Speech, Cybermobbing, Desinformation oder digitalen Minderheitenstress – und wie können digitale Räume gleichzeitig Zugehörigkeit, Unterstützung, Empowerment und Queer Joy ermöglichen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich unser europäisches Projekt QueeResilience, das nun zehn praxisnahe Workshopmodule für Jugend(sozial)arbeit, Medienpädagogik und Schule veröffentlicht hat.
Die Workshopkonzepte decken Themen wie digitalen Minderheitenstress, Intersektionalität, Hate Speech, Cybermobbing, Desinformation, digitale Balance, Community Management, digitale Safe Spaces, digitales Allyship und Queer Joy ab. Sie verbinden digitale Medienbildung mit sozialen und emotionalen Kompetenzen und unterstützen Jugendliche dabei, digitale Räume kritisch, sicher und selbstbestimmt zu nutzen. Alle Materialien können flexibel an unterschiedliche Zielgruppen und Bildungskontexte angepasst werden.
Die Module wurden gemeinschaftlich vom internationalen QueeResilience-Projektkonsortium entwickelt. Die vier Projektpartner übernahmen jeweils die inhaltliche Verantwortung für zwei bis vier Workshops und brachten ihre fachlichen Schwerpunkte und Erfahrungen in die Entwicklung ein. So entstand eine vielfältige Sammlung von Methoden und Materialien, die unterschiedliche Perspektiven auf digitale Lebenswelten queerer Jugendlicher zusammenführt.
Ein zentraler Bestandteil der Entwicklung war die umfangreiche Pilotierung der Workshops in allen vier Partnerländern. Die Projektpartner testeten die Konzepte mit Jugendgruppen und Schulklassen und sammelten Rückmeldungen zu Inhalten, Methoden und Praxistauglichkeit. Die Erkenntnisse aus diesen Pilot-Sessions flossen direkt in die Überarbeitung und Finalisierung der Workshopmodule ein.
In Deutschland wurden die Pilot-Workshops mit Unterstützung des queeren Jugendtreffs gut so. aus Mannheim sowie der Medienpädagogin Marie-Therese Stedry von Waldspatz-Medien durchgeführt. Die Erfahrungen der teilnehmenden Jugendlichen und Fachkräfte haben maßgeblich dazu beigetragen, die Materialien praxisnah und zielgruppengerecht weiterzuentwickeln.
Die Workshopmodule stehen ab sofort kostenfrei zur Verfügung und können von Fachkräften, Lehrkräften, Medienpädagog*innen und Jugendorganisationen genutzt werden.
